Unsere Meere sind verschmutzt, komplett verdreckt. Traditionell hat die Menschheit sein Unrat in der Natur entsorgt, beim nächsten Regen war’s einfach weg – das ging so lange gut, wie unser Müll rein organisch war und die Menschheit nicht ganz so viel Individuen zählte.
Nun haben sich die Zeiten geändert, knapp 7.5 Milliarden Menschen sind auf der Suche nach Wohlstand, dazu gehört Kunststoff und Kunststoffmüll, dazu gehören Unmengen an Chemikalien aus Industrie und Landwirtschaft. Ein Großteil davon landet in der Natur, unmittelbar ins Meer. Es zersetzt sich zwar, doch verschwinden tut es nicht.
Und wir, wir surfen in dieser Suppe, die wir letztendlich mitgekocht haben…

Schätzungsweisen kommen pro Jahr 9 Millionen Tonnen Plastikmüll hinzu. Um dem entgegenzuwirken können wir selbst direkt was tun: was wir an Verpackung vermeiden, kann nicht in die Umwelt gelangen, egal ob hier in Deutschland oder wenn wir mit und ohne Surfbrett die Welt bereisen. Einfach an der Kasse auf die Plastiktüte verzichten, Getränke aus Mehrweg- bzw. Glasflaschen kaufen, auf dem Markt einkaufen gehen, statt Abgepacktes vom Supermarkt zu kaufen… Und wenn doch Kunststoff zusammenkommt, so möge man darauf achten, dass man es richtig entsorgt und die dafür vorgesehene gelbe Tonne nutzt, die gibt es mittlerweile selbst auf den Kanaren. Zahnpasta und Kosmetika mit Mikroplastik-Kügelchen sind ebenfalls unbedingt zu vermeiden, da sie für die Umwelt ein noch nicht abzuschätzendes Risiko darstellen.

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Nicht nur die Verpackung ist ein Problem, unsere darin enthaltenen Konsumgüter sind auch nur bedingt unbedenklich. Im Sommer freuen wir uns zum Beispiel auf den Ausverkauf günstiger Surfklamotten in Soorts-Hossegor, doch beachten wir selten was damit ein- und hergeht. Der konventionelle Baumwollanbau macht insgesamt 2,4% der weltweiten Agrarflächen aus, doch unverhältnismäßige 11% der weltweit eingesetzten Pestizide, Fungizide und Herbizide werden dafür gebraucht. Über das Grundwasser landen die Chemikalien in die Flüsse und somit im Ozean. Da dürfen wir uns selbst die Frage stellen, ob wir inflationär viele Klamotten benötigen oder auf Produkte zurückgreifen, die vernünftigere Standards erfüllen, womöglich teurer sind, dafür aber länger halten.
Die meisten Brands sind gelabelt, wenn es um die Arbeitsbedingungen, um das Soziale geht, doch vermisst man ein wenig die Transparenz, wenn es um die Herkunft der Ressourcen geht. Auf den jeweiligen Marken-Websites lässt sich das Engagement nachvollziehen.
Was für unsere Klamotten gilt, lässt sich auch auf Essen, Elektronik etc. projizieren. Weniger ist am Ende mehr – je natürlicher, umso besser.

Was sich zum positiven Trend unter Surfer entwickelt, ist das Sammeln von Müll nach dem Surf. Man läuft nach der Sesh in der Regel eh an einem Mülleimer vorbei und so sammelt man einfach das ein, was das Meer freigibt – wenn wir das alle machen würden, würden sich die Weltmeere schnell wieder vom Plastik erholen.

Wenn es um Chemikalien geht, so brauchen wir nur darauf zu achten, was für Waschmittel, Duschgels etc. wir nehmen – Bio und natürlich ist da immer besser, auch für unseren Körper.

Um ans Meer zu kommen, müssen wir Deutsche ins Flugzeug steigen oder Hunderte von Kilometer bis zum Atlantik zurücklegen, für unsere Ökobilanz ist’s ja nicht ganz so top, dessen sollten wir uns zumindest bewusst sein. Wenn wir schon Sprit verbrennen, so sollten wir aus ökonologischen Gründen schauen, dass wir Mitfahrer gewinnen – im Web gibt es genügend Plattformen dafür.
Gerne fahren wir etliche Kilometer in der Hoffnung eine noch bessere Welle zu finden, um letztendlich wieder beim Ausgangsspot zu landen – einfach auch mal den erstbesten Break nehmen. In derselben Zeit, in der man noch weiter die Küste abklappern würde, hat man so schon diverse Wellen gesurft.

Bei unseren Sportgeräten tut sich inzwischen auch immer mehr: nachhaltigere Epoxybauweise, Hanf- und Leinenfasern statt Glasfasern, Upcycling, Wetsuits-lining aus recycelten PE, Neopren, das nicht aus Erdölderivate besteht, Finnen aus recyceltem PP. Viele Hersteller sind sich ihrer Verantwortung bewusst und wollen was ändern, das können sie sich auch nur leisten, wenn wir Konsumenten umdenken und mitziehen.

Nur für Raucher: von den 5,6 Billionen Zigaretten die jährlich weltweit geraucht werden, landen 4,5 Billionen Kippen direkt in die Natur. Es ist nicht nur ein optisches Problem, es belastet direkt das Grundwasser und indirekt unsere Spielwiese: zwischen 500 und 1000 Liter Wasser verseucht eine einzige Kippe durch Chemikalien und Schwermetalle. Bitte entsorgt Eure Kippen nicht mehr einfach so. Und ohne Raucherlunge kommt man leichter ins Line-Up!!

Durch Verzichten, Vermeiden und bewusstes Konsummieren können wir dazu beitragen, dass es in unserer direkten Umgebung ein Stück besser wird und je mehr mitmachen, umso besser ist es für alle.